Tag 37

Zwischen Mole und Höhle
Wer hätte gedacht, dass es eine Wissenschaft für sich ist, wie man sein Kind betreut, wenn die elternzeit zu ende geht.
bei manchen Familien mag es einfach sein und dem typischen Klischee entsprechend die Frau bleibt die ersten drei jahre Zuhause, der Mann geht arbeiten und danach Kindergarten. Streng genommen sogar ein toller Plan,  wäre es nicht das falsche Jahrzehnt. Heutzutage wo auch Frau nicht nur hinter dem Herd sondern auch, gott sei dank, in erfolgreichen unternehmensstrukturen an der Spitze zu finden sind, ändert sich die Familieres Situation grundlegend. Mann bleibt Zuhause. Frau verdient Geld. Doch was passiert, wenn beide Elternteile arbeiten wollen oder sogar müssen?
Dann, greifen Gesetze, die die Betreuung des Sprösslinges sichern.
Zwischen T10 und T50 ist alles dabei. In erster Linie erinnerte mich die T’s an ein bekanntes Fabrikat einer in Wolfsburg ansässigen Automarke. Doch weit gefehlt T10 heisst ich brauche höchstens 10 Stunden Betreuung für mein Kind. T20 20 Stunden,  usw. Vom Prinzip wieder mal einfach, aber! Ab T40 muss der Antragsteller selber finanziel tätig werden. Dies richtet sich an dem Einkommen, nach Abzug von verschiedenen Ausgaben. Neben dem Elterngeld die zweite kosten-nutzen-rechnung.
Wohl gemerkt, dass es sich hier bislang um die Finanzierung handelt, ein Platz bei einer Tagesmutter oder Kindertagesstätte ist damit nicht gefunden. Doch wie es der Zufall will gibt es eine staatliche Einrichtungen, die einem mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die Kindertagespflegebörse.
So auch bei uns. Acht zufällig unseren Wunschzeiten entsprechenden Anzeigen raus gesucht und schon beginnt die Jagd! Wer erfüllt die Kriterien? Wer ist nicht auf Geld sondern auf Nyah bedacht? Wie ist es am besten strategisch erreichbar?
Im Vorfelde haben wir uns schon eine Tagesmutti angesehen, die schon einiges erfüllte, doch leider hielt sie wörtlich nicht dass was sie versprach und so starte unser neuer Anlauf.
Manchmal sollte man nicht das erst beste nehmen, sondern die Herzlichkeit der türkischen Menschen bevorzugen. So fanden wir mit Selma hoffentlich eine gute Ersatzmutti!

Tag 32

Don’t cry for me Nyni
Am heutige Tag hatten wir Nyah’s Onkel mit seiner Freundin zu Besuch. Noch vor fünf Monaten erfreute sich die Kleine an seinem Anblick und lag, mit vollster Zufriedenheit in seinen Armen. Man(n) sollte meinen, solche Momente vergisst ein Säugling nicht und fühlt sich erneut sichtbar geborgen. Doch weit gefehlt. In dem ein oder anderem Erziehungsratgeber, von denen ich gehört habe,wird von einer Art Fremdeln gegenüber bekannten Unbekannten geschrieben. Es spiegelt sich in wein und Heulausbrüchen wieder. Doch wehe der Eigenenwille des kleinen Monster bricht durch. Vor einigen Jahrzehnten als der Videorecorder modern war und der Film Hulk auf VHS verkauft wurde, war die Slowmotiontechnik eine wahre Gaumenfreude. Stelle man sich nun dies bei dem selben Film vor, in einer Szene in der es zur Verwandlung von Dr. Bruce Banner zum Hulk kommt, so gewinnt man einen Eindruck wie sich die Gesichtszüge bei der Kleinen veränderten, bei dem visuellen und akustischen Wahrnehmung ihres Onkels. Erst nach Schlaf, Still und der Draußentechnik kam es zur Versöhnung zumindest was die Distanz zwischen den beiden anging. In letzter Instanz durfte unter Vorbehalt ein Körperkontakt mit beidseitigem Einverständnis von statten gezogen werden.
Fazit: Kinder sind und bleiben treu!

Tag 30

Happy 7. Monat vs. der erste Monat ist rum.
Heute ist es einen Monat her, das ich in Elternzeit gegangen bin. Einen Monat zwischen teilschlüpfrigen Abgängen, Vollwert die nicht wirklich voller Wert war, multi tasking meets multi tasking und wie lerne ich meine lieben, denen ich an dieser Stelle einen dicken Kuss geben möchte, neu kennen und lieben. In diesem Monat habe ich einige Ausbildung genossen. Neben Vollzeitdad, Taxifahrer, Koch für Jung und etwas Älter, Radfahrer, Arzt, Resteverwerter, Gebäudereiniger, Clown, Motivationskünstler, Dompteur auch Träger, Schieber und Heber. Kurz um ein Multitalent. Ich denke, den ein oder andern Job habe ich ganz gut gemacht und dies lässt sich in den verbleibenden fünf Monaten ausbauen.
Die Zeit vergeht wie im Fluge… so natürlich auch bei Nyah. Gestern noch lag sie auf meinen Knie und guckte mich mit großen braunen unschuldigen Augen an und heute…
Heute könnte man denken, sie überspringt erstmal ein Teil ihrer Wachstumsphase.
Mit drei dicken Pickeln, einer Entdeckerkultur und einem Kopf voll Sturrheit könnte man sich berechtigter Weise die Frage stellen, wer der beiden Girls landet als erstes in der Pupertät. Während Nyah jegliche Stadien überspringt und sich diversen Statistik entzieht, überzeugt die Große auf der einen Seite, mit für uns toller Hilfe und Einsatzbereitschaft, auf der anderen Seite mit geistigem Rückschritt! Überlegung eins die ich anstelle:
Die beiden treffen sich in der Mitte. Überlegungen zwei:
Die zwei lernen nur von einander!
Wir werden sehen, doch was es auch seien mag, das was du tust Maus ist genau richtig!

Tag 28

Glückwunsch es ist eine Wurst.
Es ist bemerkenswert welch eine Philosophie hinter einer Beikost steckt. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten des letzten Stadium der Nahrungsverwertung, kurz auch Stuhlgang genannt, standen wir nun vor einem neuen Problem. Was tun damit es sich bessert?
In solchen Situationen kann man froh sein Onkel Google befragen zu dürfen. Ein klarer Vorteil zur heutigen Zeit, wobei man sich die Frage stellen muß,  welches Medium haben unsere Eltern oder Großeltern genutzt, so dass aus uns auch etwas geworden ist?
Das world wide web, empfiehlt Grünes wie Zucchini und Brokkoli, aber auch den Klassiker Pastinake. Kartoffeln und Möhren zwecks stopfen eher meiden.
Also gab es die letzten Tage sämtliche Kombination aus dem vorher genannten, die in Verbindung mit einem Beikostöl und einer sanften Verarbeitung, dank Pürierstab, zu einer gehaltvollen und hoffentlich gut flutschenden Mahlzeit hergerichtet wurden. Resultat, ein Hasenkötel im Verhältnis zu den Kügelchen die Püppy absonderte ist vegleichbar mit einer Erbse zur Wassermelone! Die Konsistenz entwickelt sich vom Zementklotz zum Meerschweinchen. Es wirkt hart aber wenn man drauf drückt gibt es nach und quickt! :-)
Um noch ein besseres Ergebnis zu erzielen befragten wir heute bei einer routinemäßige Kontrolluntersuchung der Großen durch den Kinderarzt des Vertrauens, kurz wir hatten einen Termin, kamen zwei Stunden zu spät mussten zu einem anderen Arzt und grenzten die Untersuchung auf die wichtigsten Punkte ein, nach Verbesserungsmöglichkeiten.
Antwort:
„Erstmal mit Monogemüse anfangen. Sie könnte auch vier Wochen lang Brokkoli bekommen…“ Damit hatte ich nicht gerechnet. Es stellte mich vor eine neue Denkweise im Universum der Zufütterung, welch ein Zwiespalt! Doch vielleicht sollten wir in diesem Moment an unsere Vorfahren denken und sämtliche Kommunikationmethoden die elektronischer Natur sind, ausser Acht lassen und auf unser Bauchgefühl hören. Manchmal bedarf es eventuell auch nur, wie heute geschehen, ein bisschen  Fussmasagen, Gutes zureden Mitgefühl und nach getaner Arbeit ein
„Toll hast du das gemacht!“

Tag 27

Bin ich hier im Zoo?
Gestern waren Nyah und ich einkaufen, während meine Frau und die Große mit dem Rad unterwegs waren.
Ist das anstrengend, jeder und wirklich jeder hat ein angeborenes Gen, das besagt, wenn du ein Baby oder Säugling siehst, grinse unbedingt das dazu gehörende Elternteil an. Während sich schon der ein oder andere im Geschäft nach dir umdreht und du bei turn und Dehnübungen nach einer Dose Thunfisch angelst, wird der Höhepunkt an der engsten Stelle jedes Ladenlokales erreicht.
DIE KASSE!
An der Kasse zu stehen Verrenkungen  zu machen um irgendwie das Kind bei Laune zu halten um auf der anderen Seite dafür Sorge zu tragen,  dass das was man gerade erwerben will auch heil zumindest bis zum Auto kommt, ist schon eine Herausforderung, und dann noch freundlich in die Augen des mit dir wartenden kunden zu sehen und eventuell sogar eine Konversationen wie süss doch „der“ kleine ist zu beginnen auch unter der premise einer kurzen Nacht/schlechter Morgen /stressiger Tag, keine Chance. „Der“ in rosa getauchte Süße jedoch erwidert diese Geste mit einem freundlichen Lächeln. Zumindest unsere kleine Fashionqueen fühlt sich für diesen Moment auf Wolken getragen und von der Meute bestaunt und bejubelt.
Ich jedoch, blieb standhaft. Kein Blick nach vorne keiner zurück. Augen immer auf deine Ware. Im Augenwinkel sah ich wie Frau vor mir und Mann hinter mir nur darauf warteten dass sich unsere Blicke kreuzten. Ich glaube bei diesem Einkauf habe ich mindestens zwei Menschen verletzt. Ich stelle mir vor wie sie schmollend, so wie das Monster es am Vormittag mit mir veranstaltet hatte, nach Hause kommen und ihrem Ehepartner erzählen, wie früher doch alles besser war.
Ja ja, die Jugend von heute.

Tag 24

Durch Groß und Klein!

Nach nun mehr als einer Woche Abstinenz, kehrt heute die Große nach der ersten Woche Ferienplanung zurück nach Hause.
Um sie mit ihrem Lieblingsessen Lasagne willkommen zu heißen, stand einkaufen auf der Samstagmorgen Gestaltungsliste.
Ich schnappte mir den kleinen langschläfer der die letzten Nächte zu ihrem entspannten Muster zurückkehrte und fuhr mit ihr zu dem örtlichen Lebensmittelhöcker.
Es schien eine Art Vorfreude zu herrschen den die Kleine verzichtete auf ihren Vormittagschlaf. Doch weit gefehlt. Wir luden unsere Einkäufe in den Wagen und fuhren die ersten Meter als Püppy voller Freude an ihrer Hand Creme lutschte. Begeisterungsschrei und Zufriedenheit!
Plötzlich kein Mucks mehr…
Innerhalb von Sekundenbruchteilen verlor ein gewisses Männchen Sand und der Schlaftrieb überkam sie.
Das Nachmittags Programm ähnelte dem des Vortag…
Verstopfung!
Diesmal versuchten wir es mit einer neuen Idee. Ein leichtes warmes Sitzbad, welches die Darmmuskelatur entspannt und es leichter rauskommt, so zumindest der Plan.
Zur Freude aller (vor allem der Großen, die sich erst einmal einen Stuhl aus ihrem Zimmer holte um das Spektakel, welches sie seit Geburt an mit regem Interesse verfolgt, fachmännisch zu begleiten.) gelang es, mit leichter Pomasage das Eis und das ist jetzt nicht wörtlich zu nehmen, zu brechen.
Hoffentlich bekommen wir das bald in den Griff…

Tag 23

Alles hat ein Ende…
Heute war der erste Ferientag in Hamburg. Die Sonne bahnte sich ihren Weg durch die Wolken und es schien ein schöner Tag zu werden. So nutzten wir diesen und besuchten Opi Pinni auf dem Rad.
Doch, das Übel nahm seinen Lauf. Mit hochrotem Kopf und unter schwersten Anstrengung zeigte sich was verschollen geglaubt war.
Verstopfung und nichts geht mehr.
Kein Vor und kein zurück.
Nichts.
Mit Tränen in den Augen und von Krämpfen geplagt schafft sie es mit Hilfe meiner Frau etwas abzusetzen.  Nach dieser Anstrengungen verfiel die Arme erst einmal in ein tiefes Schlafloch.
Die Situation wiederholt sich gegen Abend noch einmal. Eigentlich sollten doch Kümmelzäpfchen helfen, doch der Drückreflex gewann den Wettstreit und brachte das kleine Helferlein zurück.
Zu diesem Zeitpunkt hatte nicht nur Nyah Tränen in den Augen. Nach gefühlten 3 Stunden hat sie es überstanden und ihr Darm war wieder etwas leerer.
Fazit: Trinken Trinken Trinken!

Tag 22

Nachdem Nyah und ich heute meine Frau zur Bahn gebracht haben,  hat uns vormittags Tante Lis besucht.
Mit akrobatischen Einlagen a la „guck mal Tante ich kann schon ganz alleine aufstehen“ stellte sie ihr können unter Beweis. Aber nicht nur das, auch wie „ungnädig“ und wie unangenehm sie zum Mittagsschlaf zu bewegen seien kann.
Das ist aber auch aufregend, wenn jemand zu Besuch kommt, der zur Familie gehört. Nach einer Gurt, Arm, Couch, Balkon Kombination gelang es dann doch.
Nachdem der Powernap beendet war gab es auch einen erneuten Mittagtisch. Auf der Karte stand Kartoffeln Möhren Brei, der mir, im Gegensatz zum Vortag besser gelang.
Doch nicht der mal wieder fade Geschmack brachte die kleine zu einem neu einstudierten Schreikonzert, nein, heute lag es an der um zwei Grad zu warm temperierten Delikatesse. Als sie den Schlußsatz anstimmte hatte dann die Temperatur nachgegeben und konnte verspeist werden.
Drei Tage Essen, und noch keine Veredelung…
Mikroklist….

Tag 21

Entspannt ist der, der entspanntes tut.

Heute waren Nyah und ich fünf Stunden allein. Wir steigern uns. Nach dem sie gestern Nachmittag ihre erste warme „Pampe“ bestehend aus einer Kartoffel und einer Möhre bekommen hat, dachte ich heute, das kann ich doch auch.
Resultat, eine nach nichts schmeckende Kartoffel Brokkoli Suppe.
Überraschenderweise wurde die Schüssel leer.
Doch was irgendwann aufgenommen worden ist und seinen Weg durch den menschlichen Körper gebahnt hat muss auch irgendwie und irgendwann raus….

Tag 20

Schlaflos in Hamburg…

Seit gestern ist die Große aus dem Haus und man sollte denken, sobald eine Person fehlt würde der Geräuschpegel sinken,  doch weit gefehlt. Klein Nyah, die mittlerweile Gott sei dank wieder Fieberfrei ist, ersetzt nicht nur ihre große Schwester,  nein, sie trumpft richtig auf. Man könnte meinen, sie möchte so mit einer pregnanten Dezibelsteigung zum Ausdruck bringen,dass sie ihre Schwester vermisse!
Weitere akustische Reize senden seit Anfang des Monats unseren neuen Mieter in unserem Haus. Zwischen Türen knallen und lautstarken Auseinandersetzung egal zu welcher Uhrzeit ist es schwer einen Säugling von 7 Monaten in den Schlaf zu bekommen.
Leider zum Leitwesen meiner Frau.
Es Bedarf mittlerweile konstante drei Anläufe die Kleine ins Reich der Träume zu schicken und Ruhe in unseren vier Wänden einkehren zu lassen.
Doch wer denkt an diesem Punkt ist dann alles entspannt, der irrt.
Nach Mitternacht wenn selbst die ersten Eulen schon ihre Schlafplätze aufsuchen, erwacht ein kleines Monster.
LASS UNS SPIIIIIEEELLLEN ! ! !
Jener Spieltrieb ist jedoch nur von kurzer Dauer, vielmehr ist ein ausdrucksstarkes Nörgeln im Unterton die Melodie der Nacht.
Erschöpft und glücklich zeigt sich das kleine Monster meiner Frau gnädig und lässt sie wenigstens noch ein, zwei Stunden schlafen, bis es wieder heisst:
Juhu, ein neuer Tag, lass uns Spielen!